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Andamanensee

Koh Jum & Koh Bulon: stille Inseln der Andamanensee

Koh Jum und Koh Bulon ehrlich geplant: Strände, Dörfer, Unterkünfte, Bootsverbindungen, Saison und Unterschiede der ruhigen Andamaneninseln.

Bewaldete Küste von Ko Jum in der Andamanensee
Ko Jum in der Provinz Krabi. Foto: Stefanie Weijsters, CC BY 2.0.

Stand: August 2026. Koh Jum und Koh Bulon Leh sind keine Geheiminseln ohne Tourismus. Beide besitzen Unterkünfte, Restaurants und regelmäßige Bootsverbindungen in der Hauptsaison. Trotzdem funktionieren sie anders als Phuket, Koh Lanta oder Koh Lipe: wenig Nachtleben, keine dicht bebaute Strandpromenade und ein Alltag, der nicht vollständig um Urlauber kreist. Wenn Du Ruhe suchst, findest Du hier zwei überzeugende, aber sehr unterschiedliche Inseln.

Koh Jum liegt zwischen Krabi und Koh Lanta und ist groß genug für Dörfer, Straßen, Kautschukplantagen und mehrere Strandabschnitte. Koh Bulon Leh liegt viel weiter südlich vor Satun, ist klein und in kurzer Zeit zu Fuß durchquert. Dieser Reiseführer erklärt Namen, Strände, Anreise, Saison und Versorgung ohne die üblichen „unentdeckt“-Versprechen.

Zwei Namen, eine Insel: Koh Jum und Koh Pu

Auf Karten findest Du die Insel als Ko Jum, Koh Jum, Ko Cham oder Koh Pu. Das ist nicht einfach ein Fehler verschiedener Buchungsportale. Im flacheren Süden wird meist von Koh Jum gesprochen, während der bergige Norden rund um Ban Koh Pu den Namen Koh Pu trägt. Dazwischen erhebt sich der bewaldete Koh-Pu-Berg, dessen Gipfel knapp über 400 Meter erreicht. Für die gesamte Insel wird heute häufig Koh Jum verwendet.

Administrativ gehört die Insel zum Bezirk Nuea Khlong in der Provinz Krabi. Drei größere Siedlungsbereiche prägen sie: Ban Koh Jum im Süden, Ban Ting Rai in der Mitte und Ban Koh Pu im Norden. Die Bevölkerung ist überwiegend muslimisch. Moscheen, Fischerei, kleine Läden, Kautschuk- und Palmwirtschaft gehören zum Alltag. Urlaub findet hier nicht in einem abgeschlossenen Resortkorridor statt, sondern neben bewohnten Dörfern.

Der Berg trennt nicht nur Namen, sondern auch Landschaften. Im Norden fallen bewaldete Hänge steiler zur Küste ab; Straßen können schmal, unbefestigt und nach Regen rutschig sein. Der Süden ist flacher und besser für gemächliche Fahrten geeignet. Entfernungen wirken auf der Karte kurz, dauern mit einem langsamen Motorradtaxi oder über ausgewaschene Wege aber länger.

Anreise nach Koh Jum: Fähre, Longtail und Gezeiten

In der Hauptsaison halten einige Boote auf der Route Krabi–Koh Lanta vor der Westküste von Koh Jum. Sie legen nicht zwingend an einem festen Pier an. Lokale Longtailboote holen Gäste auf See ab und verteilen sie auf Strandunterkünfte. Dabei werden Gepäckstücke zwischen schwankenden Booten gereicht. Wer nicht sicher steigen kann, fragt vor Buchung nach einer Pierverbindung.

Ganzjähriger und für Dörfer praktischer ist häufig die Route über Laem Kruat auf dem Festland. Von Krabi-Stadt oder Flughafen brauchst Du einen Transfer zum Pier; lokale Boote fahren von dort zu einem Anleger an der Ostseite. Fahrplan und Zielpier ändern sich mit Tide und Betrieb. Bestätige die Verbindung am Reisetag bei Unterkunft oder Pier statt Dich auf einen Monate alten Blogfahrplan zu verlassen.

Bei Ebbe kann das Boot weiter draußen halten. Wasserschuhe und ein kleiner, gut tragbarer Koffer sind sinnvoller als schweres Rollgepäck. Kalkuliere zwischen Flug und letzter Bootsabfahrt mehrere Stunden. Wetter, Straßenverkehr und Umladen lassen sich nicht minutengenau planen. Für die Weiterfahrt nach Koh Lanta gilt dasselbe.

Strände ohne Programm: Golden Pearl, Ting Rai und Ao Si

Die Strände liegen überwiegend an der Westküste. Ihre Namen werden uneinheitlich verwendet, und manche Unterkunft bezeichnet ihren Abschnitt anders. Golden Pearl Beach im Süden ist lang, relativ eben und für erste Spaziergänge angenehm. Bei Niedrigwasser zieht sich das Meer weit zurück; ein perfekter Schwimmstrand zu jeder Uhrzeit ist er deshalb nicht.

Weiter nördlich liegen Andaman Beach und der Bereich um Ting Rai. Kleine Anlagen verteilen sich zwischen Bäumen, dazwischen bleiben ruhige Abschnitte. Ao Si und Luboa Beach sind stärker von Felsen, kleinen Buchten und dem bergigen Norden geprägt. Der Blick auf die Silhouette von Koh Phi Phi kann bei klarer Sicht spektakulär sein, doch Wasserstand und Brandung bestimmen, wo Du tatsächlich baden kannst.

„Naturstrand“ bedeutet Treibholz, Blätter und gelegentlich angeschwemmten Kunststoff. Nicht jeder Strand wird täglich vor einem Resort geharkt. In der Monsunzeit gelangt deutlich mehr Müll an die Westküste. Das ist kein Beweis, dass die Inselbewohner ihre Küste nicht pflegen, sondern ein regionales Meeresproblem. Nimm eigenen Müll zurück und beteilige Dich nur an organisierten Sammelaktionen, wenn Entsorgung geklärt ist.

Schwimmen und Schnorcheln

Koh Jum ist eher eine Insel für Strandtage, Spaziergänge und Ruhe als ein herausragendes Hausriffziel. Flachwasser, Sicht und Untergrund wechseln mit Tide und Saison. Frage Deine Unterkunft nach dem aktuell besten Badeabschnitt. Bei roter Flagge, kräftigem Wind oder unbekannter Strömung bleibst Du an Land. Einsame Strände besitzen keine Rettungsschwimmer.

Bootsausflüge werden saisonal zu Riffen oder Nachbarinseln angeboten. Seriöse Anbieter geben Rettungswesten aus, erklären Wettergrenzen und verzichten auf das Füttern von Fischen. Berühre keine Korallen und stelle Dich beim Fotografieren nicht auf Riffdächer. Für gezieltes Inselhüpfen hilft unser Überblick zum Inselhopping in Thailand.

Fischerdorf-Alltag, Moschee und Kautschukbäume

Ban Koh Jum besitzt einen kleinen Marktbereich, Geschäfte, einfache Restaurants und den wichtigsten lokalen Alltag der Insel. Früh am Morgen kommen Fisch, Gemüse, Eier und Haushaltswaren zusammen. Erwarte keinen kuratierten „Floating Market“, sondern Versorgung für Bewohner. Frage vor Nahaufnahmen, kaufe etwas und blockiere keine Verkaufsflächen.

Der Gebetsruf gehört zur Insel. Beim Vorbeigehen an Moscheen kleidest Du Dich respektvoll und fotografierst Menschen oder Innenräume nur mit ausdrücklicher Zustimmung. Alkohol ist in touristischen Betrieben erhältlich, aber öffentliches Trinken im Dorf und Strandkleidung zwischen Häusern wirken unpassend. Ein Tuch im Tagesrucksack löst viele Situationen unkompliziert.

Kautschukbäume erkennst Du an schrägen Schnitten und kleinen Sammelschalen. Die Plantagen sind Arbeitsflächen, keine frei zugänglichen Wanderparks. Betrete sie nicht ohne Erlaubnis und berühre weder Latex noch Werkzeug. Auch Kokospalmen sind kein sicherer Schattenplatz: Fallende Nüsse können schwere Verletzungen verursachen.

Roller werden angeboten, doch Straßenbeleuchtung, Belag und Helme entsprechen nicht überall Stadtstandard. Fahre nur mit gültiger Fahrerlaubnis, passender Versicherung und Helm. Nach Regen ist besonders der Norden rutschig. Alternativen sind Motorradtaxi, Songthaew-ähnliche Transporte, Fahrrad auf flacheren Strecken oder eine mit der Unterkunft vereinbarte Abholung.

Koh Bulon Leh: klein, ruhig und nicht immer ein einfacher Zwischenstopp

Koh Bulon Leh – auch Bulone, Bulon Lae oder Bulon Lay geschrieben – liegt vor der Küste der Provinz Satun. Die Insel ist klein, grün und deutlich kompakter als Koh Jum. Wege verbinden Strand, Unterkünfte und einen bewohnten Bereich. Autos gibt es nicht; Gepäck wird je nach Ankunft zu Fuß, mit Handwagen oder kleinem Fahrzeug der Unterkunft transportiert.

Der helle Strand an der Ost- beziehungsweise Südostseite ist bei ruhigem Wetter der bekannteste Badebereich. Auf der Westseite liegen felsigere Küste, Mangroven und Siedlungsflächen. Ein Rundgang zeigt schnell, dass Bulon kein leeres Resort-Eiland ist. Familien leben hier, Boote werden repariert, Netze sortiert und Kinder gehen zur Schule. Gehe nicht ungefragt durch Privatgrundstücke, auch wenn ein Kartenanbieter dort einen Weg einzeichnet.

In der Hochsaison bedienen Speedboote die Andamanroute zwischen Koh Lanta, den Trang-Inseln, Koh Bulon und Koh Lipe. Bulon kann ein vorgesehener Stopp sein, ist aber nicht bei jeder Abfahrt enthalten. Das große Boot hält oft vor der Insel; Longtails übernehmen den Transfer. Dieser Zubringer kann separat berechnet werden. Lass Dir Ausstieg, Gepäcktransfer und Abholung schriftlich bestätigen.

Von Pak Bara existieren ebenfalls saisonale Verbindungen. Eine versprochene „Stunde“ ist ein Richtwert, kein Fahrplanvertrag: Bootstyp, Zwischenstopps, Welle und Tide verändern die Fahrzeit. Bei starkem Wind fällt die Verbindung aus oder wird verlegt. Plane Bulon daher als Aufenthalt von mindestens zwei Nächten und nicht als riskanten Tagesstopp zwischen Flug und internationaler Weiterreise.

Übernachten: einfach bis charmant

Auf Koh Jum reicht die Auswahl von sehr einfachen Holzbungalows bis zu komfortablen Boutiqueanlagen. Klimaanlage, Warmwasser, Kühlschrank und durchgehender Strom sind keine automatische Grundausstattung. Lies die konkrete Zimmerbeschreibung. Ein „Fan Bungalow“ kann bewusst schlicht sein und nachts nur Ventilatorstrom erhalten.

Koh Bulon hat wesentlich weniger Betten. In beliebten Wochen sind die wenigen Anlagen früh ausgebucht. Manche schließen während des Monsuns vollständig und beantworten Nachrichten verzögert. Direktbuchung hilft bei Fragen zu Boot, Longtailtransfer, Mahlzeiten und Stromzeiten. Nimm Buchungsbestätigung offline mit, weil Mobilfunk und WLAN schwanken.

Bargeld bleibt wichtig. Geldautomaten gibt es auf den Inseln nicht verlässlich, Kartenzahlung kann ausfallen oder Aufpreis kosten. Bringe ausreichend Baht für Unterkunftsrest, Essen, Transfer und Reserve mit. Teile das Geld auf und rechne nicht damit, dass ein Resort Dir spontan größere Beträge auszahlt.

Eine kleine Reiseapotheke, regelmäßig benötigte Medikamente, Mückenschutz, Sonnenschutz, Powerbank und wiederbefüllbare Flasche gehören ins Gepäck. Medizinische Versorgung ist begrenzt; ernsthafte Fälle müssen aufs Festland. Eine Reisekrankenversicherung mit Transportdeckung ist sinnvoll. Leitungswasser trinkst Du nicht, Nachfüllstationen oder große Wasserspender sind besser als viele kleine Flaschen.

November bis April: das schmale Zeitfenster

Die verlässlichste Zeit für beide Inseln liegt gewöhnlich zwischen November und April. Dezember bis März bringt meist ruhigere See, aber auch höhere Preise und volle Unterkünfte rund um Weihnachten und europäische Winterferien. April ist heiß; Gewitter und Übergangswetter können früher beginnen.

Von Mai bis Oktober dominiert der Südwestmonsun. Koh Jum bleibt grundsätzlich bewohnt und über lokale Festlandsverbindungen erreichbar, doch viele Westküstenanlagen schließen und das Meer ist rau. Auf Koh Bulon ist die touristische Infrastruktur noch stärker saisonabhängig. Die direkte Inselkette Richtung Lipe und Lanta verkehrt dann nicht wie im Winter.

„Trockenzeit“ garantiert keinen Sonnentag. Auch im Januar kann Wind Boote stoppen. Vertraue bei Warnungen den Kapitänen und lokalen Behörden. Buche vor dem Rückflug eine Nacht auf dem Festland oder einer Insel mit stabilerer Verbindung. Die Trang-Inseln und Koh Lipe lassen sich gut kombinieren, wenn Du mindestens eine Woche und Puffertage hast.

Welche Insel passt zu Dir?

Kriterium Koh Jum Koh Bulon Leh
Größe Dörfer, längere Wege, mehrere Strände Kompakt und weitgehend zu Fuß
Auswahl Mehr Unterkünfte und Restaurants Wenige, stark saisonale Betriebe
Aktivitäten Rollertour, Dörfer, Strandwechsel Baden, Lesen, kurzer Inselrundgang
Anreise Über Krabi/Laem Kruat oder Saisonfähre Über Pak Bara oder saisonale Inselroute
Ideal Vier bis sieben ruhige Nächte Zwei bis vier entschleunigte Nächte

Koh Jum ist die bessere Wahl, wenn Du ein wenig Bewegung, verschiedene Strände und lokalen Alltag möchtest. Koh Bulon passt, wenn ein kleines Wegenetz, wenige Entscheidungen und frühe Abende genau Dein Ziel sind. Für beide gilt: Ruhe entsteht nicht durch Anspruch auf Stille. Dorfboote, Gebetsruf, Kinder und Arbeit gehören dazu.

Individuelle Inselkombinationen findest Du bei unseren Thailand-Reisen. Plane nicht möglichst viele Stopps, sondern genug Zeit pro Ort. Gerade diese Inseln verlieren ihren Reiz, wenn Du nach einer einzigen Nacht schon wieder Gepäck ins Longtail reichst.

FAQ zu Koh Jum und Koh Bulon

Sind Koh Jum und Koh Pu zwei verschiedene Inseln?

Nein. Beide Namen bezeichnen Bereiche derselben Insel. Koh Jum wird vor allem für den Süden und häufig für die ganze Insel verwendet, Koh Pu für den bergigen Norden.

Wie kommst Du am zuverlässigsten nach Koh Jum?

Über Laem Kruat bestehen lokale Verbindungen zur Ostseite. In der Hauptsaison halten zusätzlich ausgewählte Boote zwischen Krabi und Koh Lanta vor der Westküste. Bestätige den tagesaktuellen Fahrplan bei Deiner Unterkunft.

Kannst Du Koh Bulon auf dem Weg nach Koh Lipe besuchen?

Ja, in der Hauptsaison bedienen manche Boote beide Inseln. Nicht jede Abfahrt stoppt auf Bulon, und häufig ist ein Longtailtransfer nötig. Buche den Stopp ausdrücklich und plane mindestens zwei Nächte.

Gibt es Geldautomaten auf den Inseln?

Verlasse Dich weder auf Koh Jum noch auf Koh Bulon auf einen verfügbaren Automaten. Nimm genügend Baht für Aufenthalt, Transfers und eine Notreserve vom Festland mit.

Welche Insel eignet sich besser für Familien?

Koh Jum bietet mehr Auswahl und Wege, Koh Bulon kurze Distanzen. Entscheidend sind ein flach zugänglicher Strand, medizinischer Bedarf und sicher bestätigte Transfers. Kinderwesten musst Du vorab beim Bootsanbieter anfragen.

Wann ist die beste Reisezeit?

Meist sind November bis April geeignet, besonders Dezember bis März. Während des Südwestmonsuns schließen viele Betriebe, und direkte Inselboote werden reduziert oder eingestellt. Wetterbedingte Ausfälle bleiben auch in der Hauptsaison möglich.

Fazit: stille Inseln ohne falsche Robinson-Erzählung

Koh Jum bietet Raum, Dörfer und unterschiedliche Küsten; Koh Bulon Leh konzentriert das Inselleben auf wenige Wege und Unterkünfte. Beide belohnen langsames Reisen, Bargeldreserve und flexible Bootsplanung. Sie sind nicht „unberührt“, sondern bewohnte Inseln mit begrenzter touristischer Infrastruktur.

Wenn Du Komfortmerkmale vorher prüfst, lokale Regeln respektierst und Wetterpuffer einbaust, erlebst Du zwei der angenehmsten ruhigen Stationen der Andamanensee. Der eigentliche Luxus ist hier nicht ein privater Pool, sondern Zeit.

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